Feature über Sibylla Schwarz beim ORF
Das Ö1-Feature „Die feministische Dichterin Sibylla Schwarz“ zeichnet das kurze, von Krieg, Verlust und Flucht geprägte Leben der barocken Lyrikerin aus Greifswald nach. Bereits mit zehn Jahren begann Schwarz zu dichten; ihr Werk umfasst Oden, Epigramme und die sogenannte Fretow-Dichtung zur pommerschen Heimat. Nach ihrem frühen Tod mit nur 17 Jahren wurde ihr Werk durch ihren kurzzeitigen Lehrer Samuel Gerlach posthum veröffentlicht, geriet jedoch lange in Vergessenheit. Erst ab 1980 wurde Schwarz als eine wichtige Stimme der Literatur des frühen 17. Jahrhunderts wiederentdeckt. Das Feature folgt den Spuren der Autorin in Vorpommern, diskutiert ihr selbstbewusstes, als frühfeministisch gelesenes Schreiben – insbesondere das Gedicht „Ein Gesang wider den Neid“ – und fragt nach den Umständen ihres Todes. Gedichte, historische Dokumente und heutige Stimmen lassen Sibylla Schwarz als „Sappho von Pommern“ lebendig werden. Die Autorin Manuela Tomic war 2023 in Greifswald und hat mit der Sibylla-Schwarz-Gesellschaft und mit dem Herausgeber der kritischen Werkausgabe, Michael Gratz, gesprochen. Was damals noch nicht bekannt war: das seit Jahrzehnten leerstehende Haus in der Baderstraße gehörte nicht dem Vater von Sibylla Schwarz, der zu ihren Lebzeiten Bürgermeister von Greifswald war, sondern einem anderen Vertreter der damals weitverzweigten Familie Schwarz, der ebenfalls Christian Schwarz hieß und ebenfalls Bürgermeister von Greifswald war, aber früher. Das tatsächliche Geburtshaus lag in der heutigen Domstraße, wurde aber schon im 17. Jahrhundert bei einer Belagerung Greifswalds durch brandenburgische Truppen zerstört.
https://oe1.orf.at/programm/20260120/819750/Die-feministische-Dichterin-Sibylla-Schwarz